HDCP ist das Verfahren, mit dem HDMI-Signale verschlüsselt sind. Die ganze Technologie soll als "Kopierschutz" dienen, was an sich schon blödsinnig ist, bei digitalen Medien aber auch systembedingt gar nicht funktionieren kann. Die Industrie versucht mit HDCP einfach nur den Zugang zum Signal zu erschweren, verhindern kann sie nichts. Isotopp hat das schon mal ganz anschaulich für das Internet erklärt, und es gilt für jedes digitale Signal: Irgendwo wird es genutzt, also fällt es auch irgendwo unverschlüsselt heraus.
Im Zweifel aus dem Bildschirm.
Statt dass man die Daten direkt auf dem PC abgreift, holt man sie sich eben auf der Consumer-Hardware hinter dem Chip ab, der die Entschlüsselung macht. Das ist in einigen Fällen offenbar eine einfache Lötarbeit, der verlinkte Artikel zeigt, wie es geht.
Somit bleibt zwar eine Hürde, die die breite Masse nicht mehr überspringen kann. Vergleichsweise niedrig ist sie jedoch für Leute, die mit krimineller Absicht Urheberrechte verletzen, aber auch für Vernunftbegabte, die schlichtweg keine Lust haben, sich in der Nutzung eines Mediums, für das sie bezahlt haben, übermäßig (und damit eigentlich auch dem Geiste des Urheberrechts zuwiderlaufend) einschränken zu lassen. Vom erhöhten Stromverbrauch durch die unsinnige Verschlüsselung ganz zu schweigen.
Das Abgreifen des unverschlüsselten HDMI-Signals funktioniert vermutlich bei solchen Fernsehern, die "Fast HDMI switching" beherrschen, direkt hinter dem HDMI-4-Wege-Umschaltchip. 8 Leitungen müssen mit etwas Geschick an dünne Beinchen angelötet werden.
Montag, 5. Oktober 2009
HDCP mit dem Lötkolben entschlüsseln
Geschrieben von datenritter
in Howtos
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Tags für diesen Artikel: hacking, löten, restriktionsmanagement, verbraucher, verschlüsselung, video
Donnerstag, 5. Februar 2009
Rücksetzen des Seitenzählers beim Brother-Drucker funktioniert
Ich habe die Anleitung zum Zurücksetzen des Seitenzählers mittlerweile getestet und den Artikel aktualisiert. Es funktioniert tatsächlich, und die Seite, auf der ich die Anleitung gefunden habe, erklärt auch warum. Die Tonerkassetten haben offenbar einen Rückstellhebel, der den einen Schalter im Inneren kurzzeitig betätigt. Ob der Hebel sich danach selbst zerstört kann ich mangels neuen Toners nicht testen.
Auf jeden Fall kann man festhalten: Es lohnt sich, gerade mechanische Geräte genauer anzusehen, um solche Kniffe zu entdecken.
Auf jeden Fall kann man festhalten: Es lohnt sich, gerade mechanische Geräte genauer anzusehen, um solche Kniffe zu entdecken.
Dienstag, 20. Januar 2009
Frozen Cache gegen Kryoattacke - und Performance
Gegen den von mir "Kryoattacke" getauften "Cold-Boot"-Angriff gibt es Abhilfe. Das ist nichts neues, schon im ersten Beitrag zum Thema im Februar vor einem Jahr hatte ich erwähnt, dass diverse Methoden diskutiert werden.
Die beste Methode ist wohl die jetzt "Frozen Cache" genannte. Hardwareerweiterungen und Notschalter sind nicht notwendig, der Schlüssel und weitere sensible Daten werden vielmehr in einem Bereich des CPU-Caches abgelegt, dessen Inhalt man nicht in den Arbeitsspeicher zurückschreiben lässt.
Der heise-Artikel, der heute darüber berichtet klingt anfangs ein wenig, als sei dies eine Neuigkeit, neu ist aber lediglich, dass im Blog Frozen Cache ein paar unvollständige Assemblerbefehle stehen, mit denen dies auf Intel-CPUs möglich sein soll. Heise schreibt dann auch:
Den heftigen Performanceverlust, den Cache-as-RAM im Normalbetrieb des PCs mit sich bringt, halten die Hacker von Frozen Cache für akzeptabel, da man den Gefriercache nur aktivieren müsse, wenn z.B. der Rechner gesperrt wird. Logisch, denn wenn ein ungesperrter Rechner entwendet wird, ist die Verschlüsselung ohnehin nutzlos. Dennoch ist das Verfahren für Server, die ständig "gesperrt" sind und ständig Leistung bringen müssen, möglicherweise sehr problematisch.
Nebenbei: Heise verwendet das nette Wort "Kühlungsattacke".
Die beste Methode ist wohl die jetzt "Frozen Cache" genannte. Hardwareerweiterungen und Notschalter sind nicht notwendig, der Schlüssel und weitere sensible Daten werden vielmehr in einem Bereich des CPU-Caches abgelegt, dessen Inhalt man nicht in den Arbeitsspeicher zurückschreiben lässt.
Der heise-Artikel, der heute darüber berichtet klingt anfangs ein wenig, als sei dies eine Neuigkeit, neu ist aber lediglich, dass im Blog Frozen Cache ein paar unvollständige Assemblerbefehle stehen, mit denen dies auf Intel-CPUs möglich sein soll. Heise schreibt dann auch:
Neu ist diese als Cache-as-RAM bezeichnete Methode indes nicht, bereits LinuxBIOS/CoreBoot benutzen sie, um Speicherplatz zu haben, während der Speichercontroller noch initialisiert wird.
Den heftigen Performanceverlust, den Cache-as-RAM im Normalbetrieb des PCs mit sich bringt, halten die Hacker von Frozen Cache für akzeptabel, da man den Gefriercache nur aktivieren müsse, wenn z.B. der Rechner gesperrt wird. Logisch, denn wenn ein ungesperrter Rechner entwendet wird, ist die Verschlüsselung ohnehin nutzlos. Dennoch ist das Verfahren für Server, die ständig "gesperrt" sind und ständig Leistung bringen müssen, möglicherweise sehr problematisch.
Nebenbei: Heise verwendet das nette Wort "Kühlungsattacke".
Geschrieben von datenritter
um
13:10
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Tags für diesen Artikel: cracking, festplattenverschlüsselung, forensik, hacking, kryoattacke, sicherheit, verschlüsselung
Freitag, 5. Dezember 2008
akustische Abhörbarkeit von... Papier?
Zur akustischen Abhörbarkeit von Computersystemen hatte ich schon einmal etwas geschrieben.
Bei hack a day wurde kürzlich über die Möglichkeit, Wände als Eingabegerät zu nutzen, berichtet. Chris Harrison, der auch sonst einige interessante Projekte auf seinen Seiten präsentiert, hat sich mit der Entwicklung einer solchen "Kratz-Eingabe" beschäftigt. Das System erkennt an die Wand gekratzte Gesten wie Kreise oder Linien und Klopfen auch über vermeintliche Hindernisse wie Türen hinweg.
Aber auch Buchstaben sind Gesten. Ein auf Papier geschriebenes (beziehungsweise "gekratztes") X ist von einem U zu unterscheiden. Menschen mit absolutem Gehör erkennen Töne zielsicher. Blinde hören die erstaunlichsten Details aus ihrer Umgebung heraus, weil ihr Hörsinn stärker ausgebildet ist. Also ist es auch möglich, manuelle Schreibvorgänge — will sagen: Handschrift — abzuhören.
Wie das eingangs genannte Experiment zeigt, brauchen Spione und Geheimdienste keine Blinden mehr zu beschäftigen. Ist die Schrift sehr leise oder durch Störgeräusche für einen Menschen nicht mehr wahrnehmbar, müssen ohnehin Mikrofone und Signalverarbeitung helfen. Da liegt es nahe, gleich eine Software als etwas ausgefeilteres "Eingabegerät" anzuschließen, die mit hoher Erkennungsrate handschriftliche Notizen mitschreiben kann. Die klare zeitliche Abfolge der Geräusche und die minimalen Abweichungen der Handschrift eines Menschen dürften die Auswertung zu einem Kinderspiel machen.
Die Kosten sind minimal: Ist die Software erstmal entwickelt, braucht man nur noch ein Notebook und ein geschickt angebrachtes Mikrofon.
Bei letzterem hat man es wegen der guten Fortpflanzung von Schallwellen in festen Körpern sogar recht leicht: Mikrofone können auch an schwer erkennbaren Stellen angebracht werden. Da die meisten Notizblöcke auf Tischen liegen, würde ich mal spontan die Zimmerdecke der darunterliegenden Wohnung ausprobieren. Dann hilft dem Heimlichtuer von heute auch der aus Filmen bekannte aufgedrehte Wasserhahn nicht mehr.
Bei hack a day wurde kürzlich über die Möglichkeit, Wände als Eingabegerät zu nutzen, berichtet. Chris Harrison, der auch sonst einige interessante Projekte auf seinen Seiten präsentiert, hat sich mit der Entwicklung einer solchen "Kratz-Eingabe" beschäftigt. Das System erkennt an die Wand gekratzte Gesten wie Kreise oder Linien und Klopfen auch über vermeintliche Hindernisse wie Türen hinweg.
Aber auch Buchstaben sind Gesten. Ein auf Papier geschriebenes (beziehungsweise "gekratztes") X ist von einem U zu unterscheiden. Menschen mit absolutem Gehör erkennen Töne zielsicher. Blinde hören die erstaunlichsten Details aus ihrer Umgebung heraus, weil ihr Hörsinn stärker ausgebildet ist. Also ist es auch möglich, manuelle Schreibvorgänge — will sagen: Handschrift — abzuhören.
Wie das eingangs genannte Experiment zeigt, brauchen Spione und Geheimdienste keine Blinden mehr zu beschäftigen. Ist die Schrift sehr leise oder durch Störgeräusche für einen Menschen nicht mehr wahrnehmbar, müssen ohnehin Mikrofone und Signalverarbeitung helfen. Da liegt es nahe, gleich eine Software als etwas ausgefeilteres "Eingabegerät" anzuschließen, die mit hoher Erkennungsrate handschriftliche Notizen mitschreiben kann. Die klare zeitliche Abfolge der Geräusche und die minimalen Abweichungen der Handschrift eines Menschen dürften die Auswertung zu einem Kinderspiel machen.
Die Kosten sind minimal: Ist die Software erstmal entwickelt, braucht man nur noch ein Notebook und ein geschickt angebrachtes Mikrofon.
Bei letzterem hat man es wegen der guten Fortpflanzung von Schallwellen in festen Körpern sogar recht leicht: Mikrofone können auch an schwer erkennbaren Stellen angebracht werden. Da die meisten Notizblöcke auf Tischen liegen, würde ich mal spontan die Zimmerdecke der darunterliegenden Wohnung ausprobieren. Dann hilft dem Heimlichtuer von heute auch der aus Filmen bekannte aufgedrehte Wasserhahn nicht mehr.
Sonntag, 26. Oktober 2008
zur akustischen Abhörbarkeit von Tastaturen
Nun steht auch in Bruce Schneiers Blog etwas über die Abhörbarkeit von kabelgebundenen Tastaturen.
In den Kommentaren hält jemand das ganze für einen Hoax:
Bisher sind die technischen Details auch noch nicht veröffentlicht worden.
Doch auch die anderen Kommentare des aufgeweckten Publikums sind wie immer lesenswert. Dort findet sich ein Hinweis auf ein 2005 veröffentlichtes Paper. Laut dem sind Tastaturen, wie schon vermutet, auch abhörbar im eigentlichen Sinne des Wortes. Im Abstract heißt es:
Quelle: “Keyboard Acoustic Emanations Revisited.” L. Zhuang, F. Zhou, and J. D. Tygar. In Proceedings of the 12th ACM Conference on Computer and Communications Security, November 2005, pp. 373-382. Zu finden hier bzw. direkt hier.
Der Angriff macht sich auch statistische Eigenschaften zunutze. Mit einem ungewöhnlichen Keyboard-Layout und wirklich komplizierten Passwörtern ist man also noch einigermaßen auf der sicheren Seite.
In den Kommentaren hält jemand das ganze für einen Hoax:
Given that the first test's test phrase is "Trust no one", and that in both tests curiously the detection apparatus seemed to know precisely how many characters were pressed in the test (i.e. it knew when to stop), I'm inclined to believe this is a hoax.
Bisher sind die technischen Details auch noch nicht veröffentlicht worden.
Doch auch die anderen Kommentare des aufgeweckten Publikums sind wie immer lesenswert. Dort findet sich ein Hinweis auf ein 2005 veröffentlichtes Paper. Laut dem sind Tastaturen, wie schon vermutet, auch abhörbar im eigentlichen Sinne des Wortes. Im Abstract heißt es:
We present a novel attack taking as input a 10-minute sound recording of a user typing English text using a keyboard, and then recovering up to 96% of typed characters. There is no need for a labeled training recording. Moreover the recognizer bootstrapped this way can even recognize random text such as passwords: In our experiments, 90% of 5-character random passwords using only letters can be generated in fewer than 20 attempts by an adversary; 80% of 10-character passwords can be generated in fewer than 75 attempts.
Quelle: “Keyboard Acoustic Emanations Revisited.” L. Zhuang, F. Zhou, and J. D. Tygar. In Proceedings of the 12th ACM Conference on Computer and Communications Security, November 2005, pp. 373-382. Zu finden hier bzw. direkt hier.
Der Angriff macht sich auch statistische Eigenschaften zunutze. Mit einem ungewöhnlichen Keyboard-Layout und wirklich komplizierten Passwörtern ist man also noch einigermaßen auf der sicheren Seite.
Freitag, 24. Oktober 2008
Kamera mit Orientierungsinformationen
Preisgünstige Beschleunigungssensoren und Magnetometer erfreuen sich offenbar größerer Beliebtheit. Nicht nur Quadrocopter werden damit stabil gehalten, Andrew Magill hat damit auch einer kleinen Kamera einen völlig neuen Nutzen abgerungen. Sein Project Orientation Aware Camera wurde gerade bei hack a day vorgestellt. Andrew verwendet die Lage- und Richtungsinformationen, um das Kamerabild in einer OpenGL-Anwendung an die richtige Stelle im Raum zu projezieren. Das Ergebnis ist verblüffend:
Würden die kleinen Fehler ganz eliminiert, was vielleicht technisch (noch) nicht möglich ist, so könnte man mit einer einfachen Kamera in "Pinseltechnik" sein gesamtes Umfeld hochaufgelöst aufzeichnen. Das ist nicht nur technisch interessant, sondern auch künstlerisch.
Würden die kleinen Fehler ganz eliminiert, was vielleicht technisch (noch) nicht möglich ist, so könnte man mit einer einfachen Kamera in "Pinseltechnik" sein gesamtes Umfeld hochaufgelöst aufzeichnen. Das ist nicht nur technisch interessant, sondern auch künstlerisch.
Dienstag, 21. Oktober 2008
Tastaturen trotz Kabel abhörbar
Erst in den letzten Tagen hatte ich eine kleine Diskussion über Funk-Tastaturen. Diese sind meiner Meinung nach ein großes Sicherheitsrisiko. Was nützt die schönste Festplattenverschlüsselung, wenn Passwörter per Funk durch den Raum wabern, wahrscheinlich eher schlecht verschlüsselt?
Vor einiger Zeit behauptete mal jemand, er glaube, dass Blinde hören können, welche Tasten man tippt. Das halte ich für übertrieben, doch mittels einer computergestützten Auswertung der Tastengeräusche ist sicher einiges möglich. Jedenfalls kann man anhand der zeitlichen Verzögerung zwischen den Anschlägen schon recht gut Anwender identifizieren und vielleicht auch ermitteln, welche Tasten betätigt wurden. Schließlich brauchen die Finger je nach Entfernung unterschiedlich viel Zeit von einer Taste bis zur nächsten.
Klar ist: Wer beim Tippen gefilmt wird, hat ein Problem, und auch schnelle Augen könnten mitlesen.
Doch auch, wenn man es schafft, seinen Schreibrhythmus zu verzerren, keine Funktastatur benutzt, Blinde meidet und niemals unter menschlichen oder Kameraugen tippt: Ein mulmiges Gefühl bleibt. War da nicht etwas mit dem Kondensatorenpfeiffen, welches einem Lauscher verrät, was der Prozessor oder ein anderes Bauteil gerade macht? Und was ist mit der elektromagnetischen Abstrahlung des Geräts über Schnittstellen, Kabel und Öffnungen im Gehäuse? TEMPEST bzw. Van-Eck-Phreaking nennt man das, und Banken, Botschaften und Versicherungen schirmen deshalb Wände und Fenster mit elektrisch leitfähigen Materialien und Gitternetzgeweben ab. Es gibt sogar abschirmende Wandfarben.
Nun, das Van-Eck-Phreaking ist zurückgekehrt und hat einen der schlimmsten Albträume Wahrheit werden lassen: COMPROMISING ELECTROMAGNETIC EMANATIONS OF WIRED KEYBOARDS.
Laut der Zusammenfassung bei hack a day haben Martin Vuagnoux and Sylvain Pasini vom Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne elf verschiedene Tastaturen gefunden, die bei jedem Tastendruck elektromagnetische Impulse aussenden, die sich empfangen und dekodieren lassen. Achja, und das funktioniert auch noch aus etwa zwanzig Metern Entfernung.
Da das Paper noch nicht veröffentlicht ist, müssen wir mit Demonstrationsvideos vorlieb nehmen und einfach mal glauben, dass es kein Scherz ist.
Die Vorstellung, nur noch Bildschirmtastaturen einzusetzen, wie es bereits jetzt einige Banken ermöglichen, um Keyloggern ein Schnippchen zu schlagen, behagt mir gar nicht. Ich werde stattdessen meine Tastatur in geerdete Alufolie einwickeln.
Vor einiger Zeit behauptete mal jemand, er glaube, dass Blinde hören können, welche Tasten man tippt. Das halte ich für übertrieben, doch mittels einer computergestützten Auswertung der Tastengeräusche ist sicher einiges möglich. Jedenfalls kann man anhand der zeitlichen Verzögerung zwischen den Anschlägen schon recht gut Anwender identifizieren und vielleicht auch ermitteln, welche Tasten betätigt wurden. Schließlich brauchen die Finger je nach Entfernung unterschiedlich viel Zeit von einer Taste bis zur nächsten.
Klar ist: Wer beim Tippen gefilmt wird, hat ein Problem, und auch schnelle Augen könnten mitlesen.
Doch auch, wenn man es schafft, seinen Schreibrhythmus zu verzerren, keine Funktastatur benutzt, Blinde meidet und niemals unter menschlichen oder Kameraugen tippt: Ein mulmiges Gefühl bleibt. War da nicht etwas mit dem Kondensatorenpfeiffen, welches einem Lauscher verrät, was der Prozessor oder ein anderes Bauteil gerade macht? Und was ist mit der elektromagnetischen Abstrahlung des Geräts über Schnittstellen, Kabel und Öffnungen im Gehäuse? TEMPEST bzw. Van-Eck-Phreaking nennt man das, und Banken, Botschaften und Versicherungen schirmen deshalb Wände und Fenster mit elektrisch leitfähigen Materialien und Gitternetzgeweben ab. Es gibt sogar abschirmende Wandfarben.
Nun, das Van-Eck-Phreaking ist zurückgekehrt und hat einen der schlimmsten Albträume Wahrheit werden lassen: COMPROMISING ELECTROMAGNETIC EMANATIONS OF WIRED KEYBOARDS.
Laut der Zusammenfassung bei hack a day haben Martin Vuagnoux and Sylvain Pasini vom Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne elf verschiedene Tastaturen gefunden, die bei jedem Tastendruck elektromagnetische Impulse aussenden, die sich empfangen und dekodieren lassen. Achja, und das funktioniert auch noch aus etwa zwanzig Metern Entfernung.
Da das Paper noch nicht veröffentlicht ist, müssen wir mit Demonstrationsvideos vorlieb nehmen und einfach mal glauben, dass es kein Scherz ist.
Die Vorstellung, nur noch Bildschirmtastaturen einzusetzen, wie es bereits jetzt einige Banken ermöglichen, um Keyloggern ein Schnippchen zu schlagen, behagt mir gar nicht. Ich werde stattdessen meine Tastatur in geerdete Alufolie einwickeln.
Montag, 20. Oktober 2008
die Festplattenuhr
Ein Freak namens Ian Matthew Smith hat eine Festplatte so umgebaut, dass er sie zum Beispiel als Uhr verwenden kann. Die Scheibe der Platte wurde geschlitzt, ein Hall-Sensor registriert , wenn die Platte in einem bestimmten Winkel steht, und ein PIC-Mikrocontroller schaltet zum richtigen Zeitpunkt LEDs an, aus bzw. auf die richtige Farbe.
Das Ergebnis sieht dann so aus:
Hier die Projektseite mit Details: HD-Clock. Gefunden bei fefe.
Die Konstruktion ist zu laut für eine Uhr und verbraucht zu viel Energie. Trotzdem cool.
Das Ergebnis sieht dann so aus:
Hier die Projektseite mit Details: HD-Clock. Gefunden bei fefe.
Die Konstruktion ist zu laut für eine Uhr und verbraucht zu viel Energie. Trotzdem cool.
Dienstag, 30. September 2008
elektronischer Personalausweis klon- und veränderbar
Die Hacker-Gruppe THC (The Hacker's Choice) zeigt wie man biometrische Reisepässe mit RFID-Chip, die ePässe, klonen und verändern kann.
Auch Deutschland hat ePässe eingeführt.
ePassport emulator:
Damit sind die Dinger aus sicherheitstechnischer Sicht praktisch wertlos geworden. Möglicherweise sind sie sogar ein größeres Risiko als die alten Pässe.
Auch Deutschland hat ePässe eingeführt.
ePassport emulator:
This emulator applet allows you to create a backup of your own passport chip(s).
Damit sind die Dinger aus sicherheitstechnischer Sicht praktisch wertlos geworden. Möglicherweise sind sie sogar ein größeres Risiko als die alten Pässe.
Mittwoch, 17. September 2008
wie man Drohnen vom Himmel holt - oder die Börse
Das es GPS-Simulatoren geben muss, die plausible aber beliebige GPS-Signale erzeugen, ist logisch, denn ein GPS-Simulator wird für die Entwicklung von GPS-Empfängern und GPS-basierten Geräten dringend benötigt. Ohne ihn gäbe es nur eine Art, ein Gerät, dass zum Beispiel einen Sturz von einer Autobahnbrücke verhindern soll, zu testen: Durch waghalsiges Ausprobieren. Auch Flugbenzin und Raketentreibstoff dürften durch das Kästchen tonnenweise eingespart werden. Doch die Möglichkeit zur Simulation macht das System, das mehr oder weniger ohne Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten entwickelt wurde, verwundbar...
"wie man Drohnen vom Himmel holt - oder die ... »
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