Ich musste kurz überlegen, ob http://www.german-hacker.de nicht vielleicht ein Scherz ist. Schließlich ist die SPD als Netzpartei bekannt.
Aber die Seite ist echt. Der Bürgermeister der fränkischen Stadt Herzogenaurach heißt German Hacker. Doktor German Hacker. Großartigst.
Und was sehen meine müden Augen: Der Mann ist Physiklehrer und weiß, was passiert, wenn man Längeneinheiten multipliziert – man bekommt eine Flächeneinheit. Tjaha.
Nur dumm, dass das für Pixel nicht gilt, die sind nämlich schon zweidimensional. Wenn von "Pixeln pro Zoll" oder ähnlichem die Rede ist, ist der Abstand zwischen den Mittelpunkten zweier Bildelemente gemeint. (Und jetzt alle mal überlegen, in welche Richtung... *g*)
"Optimiert für 1024 x 768 px²" ist also nicht nur Blödsinn, weil eine Website (ebensowenig wie für bestimmte Browser) nicht für irgendwelche individuellen Bildschirmeinstellungen "optimiert" zu sein hat, sondern auch, weil Quadratpixel irgendwie, nunja — vierdimensional wären. Dürfte schwer sein, das am Bildschirm einzustellen.
Im dreidimensionalen heißen Bildelemente übrigens Voxel.
Ich schreib dem Herrn Bürgermeister jetzt mal 'ne Mail. :-)
Sonntag, 17. Juli 2011
Quadratpixel
Samstag, 2. Januar 2010
tagesschau: nicht repräsentativ aber aussagekräftig
Die "Zuschauerpost"-Abteilung der tagesschau hat auf meinen Leserbrief meinen Rant meine Anfrage (siehe massenhafte Teilnahme) geantwortet. Zitat:
Mir erschließt sich die Logik irgendwie nicht.
Ich fasse also zusammen: Die Umfrage ist nicht repräsentativ, aber aussagekräftig. Mobilisierung und Interesse sind aber verzerrend.
Klingt ein wenig willkürlich, oder?
Zwangsläufig kann eine offene Online-Umfrage nicht repräsentativ sein (daher der entsprechende Hinweis). Dennoch ist es das Ziel dieses Angebots, ein aussagekräftiges Stimmungsbild widerzuspiegeln.
Mir erschließt sich die Logik irgendwie nicht.
[Obwohl Mehrheiten etwas mit Mobilisierung und Interesse zu tun haben] zeigt die Erfahrung der Vergangenheit, dass in Einzelfällen der massive Einsatz einzelner Interessengruppen Ergebnisse unserer Online-Abstimmungen massiv verzerrt hat. Dies zeigt sich beispielsweise dann, wenn über Nacht (auch bei einer vorher bereits relativ hohen Nutzerbeteiligung von z.B. 8000 Abstimmungsteilnehmern) das Ergebnis von 70:30 in kurzer Zeit etwa auf 35:65 dreht.
Ich fasse also zusammen: Die Umfrage ist nicht repräsentativ, aber aussagekräftig. Mobilisierung und Interesse sind aber verzerrend.
Klingt ein wenig willkürlich, oder?
Geschrieben von datenritter
um
17:02
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Donnerstag, 31. Dezember 2009
massenhafte Teilnahme
Die tagesschau beklagt sich auf ihren Webseiten über "manipulierte" Online-Umfragen:
Als ich auf den Text (der, wie ich gerade sehe, schon von 2007 ist) hingewiesen wurde, entglitten mir spontan die Finger:
Mal ehrlich, was bilden die sich ein? Dass ihre nicht repräsentativen, kostenlosen Umfragen mehr als nur Unterhaltungswert haben?
Liebe User,
wir freuen uns über Ihre rege Beteiligung an unseren Umfragen!
Weniger erfreut nehmen wir zur Kenntnis, dass viele unserer Umfragen von Interessengruppen zum Anlass genommen wurden und werden, ihre jeweiligen Mitglieder zur massenhaften Teilnahme aufzurufen.
Wenn Ihnen derlei bekannt wird, schicken Sie uns doch einfach eine E-Mail an redaktion[ätt]tagesschau.de. Das hilft uns dabei, unsere Umfrageergebnisse besser einzuordnen.
Herzlichst
tagesschau.de
Als ich auf den Text (der, wie ich gerade sehe, schon von 2007 ist) hingewiesen wurde, entglitten mir spontan die Finger:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe User,
bezugnehmend auf diesen Beitrag http://www.tagesschau.de/meldung212042.html In eigener Sache möchte ich gerne die Frage an Sie richten, in wiefern ein Aufruf zur "massenhaften Teilnahme" an einer Internetumfrage das Ergebnis wirklich verfälschen könnte.
Welchen Zweck hat eine schon von Ihnen selbst als "nicht repräsentativ" gekennzeichnete Internetumfrage überhaupt, und wie könnte man diesem schaden? Macht eine große Zahl an Teilnehmern das Ergebnis nicht belastbarer?
Das vermeintliche Problem besteht doch nur dann, wenn nur die Interessensgruppen, die einer Abstimmungsoption mehr zugetan sind, aufrufen, die der anderen aber nicht.
Aber denen, die nicht teilgenommen haben kann man ja problemlos mangelndes Interesse vorwerfen.
Und ist es nicht immer so, dass der, der am lautesten schreit, am meisten wahrgenommen wird? Wenn ich den Fernseher einschalte, habe ich zumindest den Eindruck.
Und gerade flüstert mir jemand zu: "Es scheint eine feste Regel zu sein: Institute dürfen manipulative Fragen stellen, aber manipulierte Antworten sind in der Branche verpönt."
(MfG usw)
Mal ehrlich, was bilden die sich ein? Dass ihre nicht repräsentativen, kostenlosen Umfragen mehr als nur Unterhaltungswert haben?
Freitag, 13. November 2009
Fehlermeldung des Jahres... achwas, des Jahrzehnts!
Der angeforderte Nachschlageschlüssel konnte in keinem aktiven Aktivierungskontext gefunden werden.
Ja, wirklich.
Montag, 10. August 2009
De Maizières Vorstellungskraft gesprengt
Berlin. Kanzleramtschef de Maizière hat sich bei der heutigen Sommerlochrede erfolgreich selbst parodiert. In einem Interview mit der Rheinischen Post stellte er die rhetorische Frage, ob das Internet völlig frei sein könne und sprach dann weiter, als müsse man genau dies annehmen.
Darüberhinaus suggerierte er eine Bedrohung der Menschen durch nicht verfolgbare Delikte und verglich das Internet mit dem Zivilrecht. Nach dieser absurd-humoristischen Einlage, mit der er auf die platte Angstmacherei anderer CDU-Politiker anspielte, präsentierte er sich in selbst als souveränen Heilsbringer, in dem er "Verkehrs"regeln für das Internet vorschlug.
Im furiosen Finale sprach de Maizière von "Scheußlichkeiten, die jede Vorstellunskraft sprengen" und machte sich so erfolgreich zum Larry der Woche.
Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass de Maizière vielleicht nicht frewillig für Heiterkeit im Sommerloch sorgte, sondern an der gefährlichen "Browserdemenz" (med. Dementia Navigatoris) erkrankt sein könne. Zu den Symptomen, die gehäuft Poltiker über 40 heimsuchen, gehören mangelndes Verständnis einfacher Software wie Browsern (Morbus Zypries), zwanghafte Versuche, elektronische Inhalte auf Papier zu bannen (sog. "Internetausdrucker"), sowie ungewollte verbale Äußerungen, meist in Form von peinlichen, unpassenden Vergleichen (Internet-Tourette). Die Auswirkungen auf die Psyche gelten jedoch als gering, da Betroffene ausnahmslos jegliches Schamgefühl verlieren.
Andere Kritiker reagierten verhalten oder selbst parodistisch auf die Vorstellung. Viele hatten den Namen Thomas de Maizière heute zum ersten mal gehört und bereits wieder vergessen.
Darüberhinaus suggerierte er eine Bedrohung der Menschen durch nicht verfolgbare Delikte und verglich das Internet mit dem Zivilrecht. Nach dieser absurd-humoristischen Einlage, mit der er auf die platte Angstmacherei anderer CDU-Politiker anspielte, präsentierte er sich in selbst als souveränen Heilsbringer, in dem er "Verkehrs"regeln für das Internet vorschlug.
Im furiosen Finale sprach de Maizière von "Scheußlichkeiten, die jede Vorstellunskraft sprengen" und machte sich so erfolgreich zum Larry der Woche.
Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass de Maizière vielleicht nicht frewillig für Heiterkeit im Sommerloch sorgte, sondern an der gefährlichen "Browserdemenz" (med. Dementia Navigatoris) erkrankt sein könne. Zu den Symptomen, die gehäuft Poltiker über 40 heimsuchen, gehören mangelndes Verständnis einfacher Software wie Browsern (Morbus Zypries), zwanghafte Versuche, elektronische Inhalte auf Papier zu bannen (sog. "Internetausdrucker"), sowie ungewollte verbale Äußerungen, meist in Form von peinlichen, unpassenden Vergleichen (Internet-Tourette). Die Auswirkungen auf die Psyche gelten jedoch als gering, da Betroffene ausnahmslos jegliches Schamgefühl verlieren.
Andere Kritiker reagierten verhalten oder selbst parodistisch auf die Vorstellung. Viele hatten den Namen Thomas de Maizière heute zum ersten mal gehört und bereits wieder vergessen.
endlich Regeln für dieses Internet
Kanzleramtschef Thomas de Maizière (Wer? Ach der, äh, jaja, genau...) hat mich mit folgender inhaltlich völlig sinnloser Anmerkung aufgerüttelt:
(Quellen: Rheinische Post, heise)
Das denken wir gleich mal weiter, bevor es womöglich zu spät ist. Ich sage:
Kann das Internet frei von Normen sein? Wir brauchen endlich technische Spezifikationen für das Internet. Normungsgremien werden ausgeschlossen und übergangen, es herrscht ein wirtschaftsschädigendes Chaos und es gibt viele Unfälle durch Kollisionen. Keiner weiß, wie dieses Internet eigentlich funktioniert. Wir brauchen mittelfristig eine Deutsche Internet Norm (DIN), sonst werden wir dort einen Wildwuchs erleben, der jede Vorstellungskraft sprengt!
Kann das Internet frei von Farben sein? Zur Zeit ist es doch reiner Zufall, welche Farben bei Ihnen und mir auf dem Bildschirm ankommen, da fehlt jede Vergleichbarkeit. Kreativität kommt nicht ohne Regeln aus. Wir brauchen mittelfristig Regeln der Farblehre für dieses Internet, sonst werden wir Hässlichkeiten erleben, die jede Vorstellungskraft sprengen.
Ich gehe sogar noch weiter und frage:
Kann das Internet frei von Rezepten sein? In deutschen Küchen wird erfolgreich gekocht, weil man weiß, wie man Aromen und Gewürze zu nutzen hat, das Internet jedoch ist da völlig ohne Maß. Wir brauchen mittelfristig Kochrezepte für dieses Internet, sonst werden wir Geschmacklosigkeiten erleben, die jede Vorstellungskraft sprengen.
Und jetzt alle: Internet! Regeln! Chaos! Regeln! Internet! Scheußlich! Regeln! Chaos! Scheußlich! Chaos! Regeln! Chaos! Internet! Scheußlich! Regeln! Internet! Chaos! Internet! Chaos! Internet! Regeln! Regeln! Regeln! Scheußlich! Internet! Chaos! Scheußlich! Regeln! BUMMM!!!
De Maizière ist übrigens Jurist.
Kann das Internet völlig frei sein? Müssen wir nicht die Menschen vor Denunziation, Entwürdigung oder unseriösen Geschäften schützen wie im Zivilrecht? Ähnlich wie auf den Finanzmärkten brauchen wir mittelfristig Verkehrsregeln im Internet. Sonst werden wir dort Scheußlichkeiten erleben, die jede Vorstellungskraft sprengen.
(Quellen: Rheinische Post, heise)
Das denken wir gleich mal weiter, bevor es womöglich zu spät ist. Ich sage:
Kann das Internet frei von Normen sein? Wir brauchen endlich technische Spezifikationen für das Internet. Normungsgremien werden ausgeschlossen und übergangen, es herrscht ein wirtschaftsschädigendes Chaos und es gibt viele Unfälle durch Kollisionen. Keiner weiß, wie dieses Internet eigentlich funktioniert. Wir brauchen mittelfristig eine Deutsche Internet Norm (DIN), sonst werden wir dort einen Wildwuchs erleben, der jede Vorstellungskraft sprengt!
Kann das Internet frei von Farben sein? Zur Zeit ist es doch reiner Zufall, welche Farben bei Ihnen und mir auf dem Bildschirm ankommen, da fehlt jede Vergleichbarkeit. Kreativität kommt nicht ohne Regeln aus. Wir brauchen mittelfristig Regeln der Farblehre für dieses Internet, sonst werden wir Hässlichkeiten erleben, die jede Vorstellungskraft sprengen.
Ich gehe sogar noch weiter und frage:
Kann das Internet frei von Rezepten sein? In deutschen Küchen wird erfolgreich gekocht, weil man weiß, wie man Aromen und Gewürze zu nutzen hat, das Internet jedoch ist da völlig ohne Maß. Wir brauchen mittelfristig Kochrezepte für dieses Internet, sonst werden wir Geschmacklosigkeiten erleben, die jede Vorstellungskraft sprengen.
Und jetzt alle: Internet! Regeln! Chaos! Regeln! Internet! Scheußlich! Regeln! Chaos! Scheußlich! Chaos! Regeln! Chaos! Internet! Scheußlich! Regeln! Internet! Chaos! Internet! Chaos! Internet! Regeln! Regeln! Regeln! Scheußlich! Internet! Chaos! Scheußlich! Regeln! BUMMM!!!
De Maizière ist übrigens Jurist.
Dienstag, 28. April 2009
10 Schritte zum erscheckendsten Cyberwar-Artikel aller Zeiten
Das Magazin Foreign Policy hat eine wunderbare "Anleitung", wie man den "erschreckendsten Cyberwar-Artikel aller Zeiten" schreibt.
Die Tipps sind vielfältig und mit Links zu entsprechenden Beispielen hinterlegt:
Nicht den Estland-Vorfall vergessen:
Und China muss natürlich erwähnt werden, wird erklärt. Ganz wichtig auch die Sache mit den Experten:
Das kennen wir ja zur Genüge.
(Wäre das nicht eigentlich ganz gut so?)
Die Tipps sind vielfältig und mit Links zu entsprechenden Beispielen hinterlegt:
It pays to cannibalize on some recent tragic event from the real world; adding "cyber" to its name would usually trigger all the right associations. Studies show that references to "digital Pearl Harbor","cyber-Katrina", and "electronic 9/11" are most effective, particularly for stories involving electricity grids or dams. Never make any explicit attempts to explain the bizarre choice of your title– you need to leave enough ambiguity out there for your readers to "connect the dots" themselves.
Nicht den Estland-Vorfall vergessen:
Begin the story in Estonia, with a reference to its 2007 attacks; make sure to play up the “E-stonia” tune and how the entire country was under online siege for a month (never mention that rioting in the Estonian streets was much more devastating and that the actual online siege lasted for twenty minutes at best).
Und China muss natürlich erwähnt werden, wird erklärt. Ganz wichtig auch die Sache mit den Experten:
5. Find and quote industry experts with the biggest possible conflicts of interest – preferably those who make their living thanks to the public paranoia about cybersecurity. Make sure you give them enough space to quote their latest anti-virus solutions and consulting services.
Das kennen wir ja zur Genüge.
I bet half of your readers would never want to use a computer again.
(Wäre das nicht eigentlich ganz gut so?)
Montag, 20. April 2009
der Eismann klingelt
Ein sonniger, ruhiger Nachmittag. Es klingelt an der Tür. Eine Dame, deutlich über fünfzig, die Kleidung trifft die Mode der üblichen Versandhauskataloge. "Guten Tag, es ist der Eismann", sagt sie. So sieht sie aber nicht aus, denke ich mir. Wenigstens ist es nicht die GEZ und auch keine sonstigen religiösen Fanatiker.
Der "Eismann" sei ein neuer Katalog, es gäbe ja auch Bofrost und — eine andere Marke, die ich mir nicht gemerkt habe. Interessiert mich eigentlich auch nicht, sie hat jedenfalls kein Eis.
Der "Eismann" wäre jetzt neu und man sei an meiner Meinung interessiert und so. Aha. Meinungen hab ich, nicht zu knapp. Sie drückt mir ein Heftchen mit großen Bildern von Stieleis, Tiefkühltorten und sonstigen Kreationen in die Hand. Als ich es durchblättere setzt sie Zettel und Stift an die Türzarge undfragt fordert: "Geben se mal ihre Telefonnummer!".
"Meine Telefonnummer? Nee, die kriegen sie nicht."
Na gut, dann nimmt sie den Katalog wieder mit.
Alles klar.
Der "Eismann" sei ein neuer Katalog, es gäbe ja auch Bofrost und — eine andere Marke, die ich mir nicht gemerkt habe. Interessiert mich eigentlich auch nicht, sie hat jedenfalls kein Eis.
Der "Eismann" wäre jetzt neu und man sei an meiner Meinung interessiert und so. Aha. Meinungen hab ich, nicht zu knapp. Sie drückt mir ein Heftchen mit großen Bildern von Stieleis, Tiefkühltorten und sonstigen Kreationen in die Hand. Als ich es durchblättere setzt sie Zettel und Stift an die Türzarge und
"Meine Telefonnummer? Nee, die kriegen sie nicht."
Na gut, dann nimmt sie den Katalog wieder mit.
Alles klar.
Reply-To-Header auf Mailinglisten überschreiben ist böse
Einige weit verbreitete Mailprogramme sind nicht mit Komfortfunktionen zum Umgang mit Mailinglisten ausgestattet. Insbesondere wenn ein Button "Antwort an Liste" fehlt, verwirrt das unbedarfte Anwender.
Eine Mail, die über eine Liste kam, hat natürlich eine ganz normalen Absenderadresse — die des Autors eben. Die Empfängeradresse ist die Adresse der Liste. Zusätzlich kann ein "Reply-To" eingetragen sein, d.h. der Absender wünscht, dass man Antworten an eine andere Adresse richtet, zum Beispiel weil er von einem Firmenaccount aus mailt, Antworten aber in seiner privaten Mailbox empfangen möchte.
Eine einfache Antwort wäre an diese Adresse gerichtet. Erst eine "Antwort an alle" veranlasst das Mailprogramm, auch die Listenadresse als Empfängeradresse mit einzutragen. Das wiederum nervt einige Mailinglistenteilnehmer, weil die Mails an die Liste nicht auch noch in Kopie bekommen möchten. Alle Adressen bis auf die der Liste zu entfernen, ist jedoch zeitaufwändig. (Mailman kann deshalb den Versand an bereits eingetragene Empfänger einer Mail unterdrücken.)
Es gibt ein kleines AddOn, dass Thunderbird um einen "Antwort an Liste"-Button erweitert: Reply to Mailing List.
Leider verwendet das fast niemand, es wird erwartet, dass die Technik irgendwie "komfortabel" ist und "so funktioniert wie erwartet". Wobei natürlich die Erwartung des anfragenden Benutzers gemeint ist, und keine andere. Und so wird oft der Wunsch laut, den Reply-To-Eintrag von der Mailinglistensoftware umschreiben zu lassen.
Das zu tun ist falsch!
Diese Seite erklärt ausführlich, warum. Die Zusammenfassung:
Freie Übersetzung:
Punkt.
Eine Mail, die über eine Liste kam, hat natürlich eine ganz normalen Absenderadresse — die des Autors eben. Die Empfängeradresse ist die Adresse der Liste. Zusätzlich kann ein "Reply-To" eingetragen sein, d.h. der Absender wünscht, dass man Antworten an eine andere Adresse richtet, zum Beispiel weil er von einem Firmenaccount aus mailt, Antworten aber in seiner privaten Mailbox empfangen möchte.
Eine einfache Antwort wäre an diese Adresse gerichtet. Erst eine "Antwort an alle" veranlasst das Mailprogramm, auch die Listenadresse als Empfängeradresse mit einzutragen. Das wiederum nervt einige Mailinglistenteilnehmer, weil die Mails an die Liste nicht auch noch in Kopie bekommen möchten. Alle Adressen bis auf die der Liste zu entfernen, ist jedoch zeitaufwändig. (Mailman kann deshalb den Versand an bereits eingetragene Empfänger einer Mail unterdrücken.)
Es gibt ein kleines AddOn, dass Thunderbird um einen "Antwort an Liste"-Button erweitert: Reply to Mailing List.
Leider verwendet das fast niemand, es wird erwartet, dass die Technik irgendwie "komfortabel" ist und "so funktioniert wie erwartet". Wobei natürlich die Erwartung des anfragenden Benutzers gemeint ist, und keine andere. Und so wird oft der Wunsch laut, den Reply-To-Eintrag von der Mailinglistensoftware umschreiben zu lassen.
Das zu tun ist falsch!
Diese Seite erklärt ausführlich, warum. Die Zusammenfassung:
- It violates the principle of minimal munging.
- It limits a subscriber's freedom to choose how he or she will direct a response.
- It provides no benefit to the user of a reasonable mailer.
- It actually reduces functionality for the user of a reasonable mailer.
- It removes important information, which can make it impossible to get back to the message sender.
- It penalizes the person with a reasonable mailer in order to coddle those running brain-dead software.
- It violates the principle of least work because complicates the procedure for replying to messages.
- It violates the principle of least surprise because it changes the way a mailer works.
- It violates the principle of least damage, and it encourages a failure mode that can be extremely embarrassing -- or worse.
- Your subscribers don't want you to do it. Or, at least the ones who have bothered to read the docs for their mailer don't want you to do it.
Freie Übersetzung:
- Man verstößt gegen das Prinzip so wenig wie möglich zu manipulieren.
- Man verschafft Benutzern eines vernünftigen Mailprogrammes keinen Vorteil. (Als vernünftig nehmen wir mal solche Programme an, die besagten "Antwort an Liste"-Button haben.
- Man nimmt den Abonnenten die Freiheit zu entscheiden, an wen sie antworten möchten. (Eine "private" Antwort, die nicht über die Liste gehen soll, kommt schließlich oft genug vor.)
- Man nimmt den Benutzern vernünftiger Mailprogramme einen Teil der Funktionalität.
- Wichtige Informationen werden aus der Mail entfernt, so dass es unmöglich sein kann, den Absender zu kontaktieren.
- Man bestraft die Benutzer vernünftiger Mailprogramme, nur um die Nutzer dämlicher Software zu verhätscheln.
- Man verkompliziert die Antwortprozedur und verursacht Arbeit.
- Es ist unintuitiv, weil man die Art und Weise, wie das Mailprogramm arbeitet, manipuliert.
- Man ermutigt zu falschem Verhalten, was entlarvend und peinlich sein kann. Oder schlimmer. (Weil eine private Mail an die Liste ging.)
- Die Benutzer, die ihr E-Mail-Prgramm verstanden haben, wollen nicht, dass man es tut.
Punkt.
Samstag, 18. April 2009
ein leiser Knall
Jemand schrieb mir:
Hervorhebungen von mir.
Schon erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit sich Leute vor offensichtlich funktionsgestörte Geräte setzen und es einfach weiter versuchen. In diesem Fall ging die Strategie sogar auf, denn das Problem ist später tatsächlich "von selbst" verschwunden.
Als ich den PC vorhin anschaltete, hörte ich ein leises Geräusch, wie einen Knall.
Ja und jetzt ist mein Bildschirm bunt in allen Farben - entsetzlich.
Ich kann alles nur schwer lesen; es ist zwar noch deutlich, aber wie gesagt, mit sämtlichen Farben (so wie bei einem Regenbogen) unterlegt.
Ist da eventuell was kaputt gegangen?
Und gerade, wie ich den Strom wieder einschaltete, machte es wieder "puff".
Der Rechner war noch nicht eingeschaltet, und so nehme ich an, dass eventuell der Bildschirm kaputt ist?
Der Bildschirm sieht aus, als ob dahinter ein hellgrünes (links und rechts) und (in der Mitte) weißes Licht leuchten würde.
Hervorhebungen von mir.
Schon erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit sich Leute vor offensichtlich funktionsgestörte Geräte setzen und es einfach weiter versuchen. In diesem Fall ging die Strategie sogar auf, denn das Problem ist später tatsächlich "von selbst" verschwunden.
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