Laut einem Artikel in der Technology Review 05.2009 gießt der Automobilzulieferer Rehau RFID-Tags in seine Plastikstoßstangen ein. Die Chips sollen während der gesamten Lebensdauer des Bauteils aktiv bleiben.
Angesichts der vergleichsweise geringen Kosten für RFID-Lesegeräte und der möglichen unsichtbaren Installation derselben könnte das zu einem echten Datenschutzproblem werden. RFID funkt(ioniert) auch bei schlechten Lichtverhältnissen aus jedem beliebigen Winkel und möglicherweise über größere Distanzen als erwartet.
Im selben Heft ist ein Artikel über die Firma Sense Networks, die in Städten flächendeckend Mobiltelefone, Bluetooth-Geräte und sonstiges funkendes Gerät erfasst, um damit Bewegungsmuster zu erstellen. So kann sie zum Beispiel ermitteln, wo die Bewohner einer bestimmten Gegend häufig einkaufen.
Auf den zu befürchtenden "Daten-GAU" geht die TR im Zusammenhang mit Sense erfreulicherweise ein. Seit dem Wechsel des Chefredakteurs scheinen Innovationslobhudelei und Patentverliebtheit der Vergangenheit anzugehören, man ist nun ausgewogener und die Qualität der Artikel allgemein höher.
Montag, 4. Mai 2009
das RFID-getaggte Auto
Dienstag, 3. Februar 2009
Digitalkameras mit Geräuscheffekt?
Bruce Schneier berichtet über einen Gesetzentwurf der Republikaner, der angeblich vorsieht, dass alle Digitalkameras in den USA bei Aufnahme ein "Klick"-Geräusch machen müssen. Tatsächlich bezieht sich der Entwurf nur auf Kameras in Mobiltelefonen, was die Idee aber nicht besser macht.
Begründet wird er damit, dass Menschen sonst heimlich Fotos von anderen machen könnten. Welch eine Überraschung! Doch damit nicht genug, der Entwurf kommt wie so oft unter dem Deckmäntelchen des Kinderschutzes, ein emotionalisierendes Scheinargument, auf das leider immer noch Menschen hereinfallen.
Bruce meint dazu nur:
Das sehen seine Leser allerdings anders und diskutieren:
• wie nervig die Geräuschkulisse auf den Straßen wäre
• wie es unmöglich wird, Sprecher auf Konferenzen abzulichten ohne dumm aufzufallen, und
• welchen Nutzen heimliches Fotografieren beispielsweise bei der Verbrechensbekämpfung hat.
In dem Irrglauben, es gehe um alle Digitalkameras überschlagen sich die Kommentare:
• Freilich hätten "Kriminelle oder Politiker" gerne so eine akustische Warnung, meint einer.
• Problematisch sei, dass Polizeigewalt zum Beispiel auf Demonstrationen nun nicht mehr unbemerkt und sicher dokumentiert werden könne, ein anderer. In der Tat bekommt das Gesetz hierdurch einen gewissen Beigeschmack.
• Die Frage, ob Kameras mit Teleobjektiv lauter klicken sollten, steht im Raum.
• Einer meint gar sarkastisch, dass taube Mitmenschen benachteiligt würden, wenn man Kameras nicht auch zum Blitzen zwingt.
In Italien und Japan gibt es angeblich schon entsprechende Regelungen, was zeigt, dass man vor den Dummen nirgends sicher ist. Natürlich kann man das Geräusch immer irgendwie abschalten, notfalls setzt man einen einfachen Schalter in das Lautsprecherkabel.
Die Idee, das ganze gleich noch auf Camcorder auszudehnen, die das Surrgeräusch einer Super-8-Kamera machen sollten, wurde auch schon genannt.
Ich frage mich ja: Was ist eigentlich aus der roten Signallampe geworden? Insbesondere Überwachungskameras zeigen den nicht mehr, werden gar in Zügen und Geldautomaten hinter dunklen Plexiglasscheiben angebracht. Was mir daher noch fehlt: Ein Gesetz, dass Überwachungskameras zu dem aus Film und Fernsehen bekannten dezenten "Piep Piep Piep" und bei Bewegung zu einem eutlichen "Frrrrrr" zwingt!
Begründet wird er damit, dass Menschen sonst heimlich Fotos von anderen machen könnten. Welch eine Überraschung! Doch damit nicht genug, der Entwurf kommt wie so oft unter dem Deckmäntelchen des Kinderschutzes, ein emotionalisierendes Scheinargument, auf das leider immer noch Menschen hereinfallen.
Bruce meint dazu nur:
This is so silly it defies comment.
Das sehen seine Leser allerdings anders und diskutieren:
• wie nervig die Geräuschkulisse auf den Straßen wäre
• wie es unmöglich wird, Sprecher auf Konferenzen abzulichten ohne dumm aufzufallen, und
• welchen Nutzen heimliches Fotografieren beispielsweise bei der Verbrechensbekämpfung hat.
In dem Irrglauben, es gehe um alle Digitalkameras überschlagen sich die Kommentare:
• Freilich hätten "Kriminelle oder Politiker" gerne so eine akustische Warnung, meint einer.
• Problematisch sei, dass Polizeigewalt zum Beispiel auf Demonstrationen nun nicht mehr unbemerkt und sicher dokumentiert werden könne, ein anderer. In der Tat bekommt das Gesetz hierdurch einen gewissen Beigeschmack.
• Die Frage, ob Kameras mit Teleobjektiv lauter klicken sollten, steht im Raum.
• Einer meint gar sarkastisch, dass taube Mitmenschen benachteiligt würden, wenn man Kameras nicht auch zum Blitzen zwingt.
In Italien und Japan gibt es angeblich schon entsprechende Regelungen, was zeigt, dass man vor den Dummen nirgends sicher ist. Natürlich kann man das Geräusch immer irgendwie abschalten, notfalls setzt man einen einfachen Schalter in das Lautsprecherkabel.
Die Idee, das ganze gleich noch auf Camcorder auszudehnen, die das Surrgeräusch einer Super-8-Kamera machen sollten, wurde auch schon genannt.
Ich frage mich ja: Was ist eigentlich aus der roten Signallampe geworden? Insbesondere Überwachungskameras zeigen den nicht mehr, werden gar in Zügen und Geldautomaten hinter dunklen Plexiglasscheiben angebracht. Was mir daher noch fehlt: Ein Gesetz, dass Überwachungskameras zu dem aus Film und Fernsehen bekannten dezenten "Piep Piep Piep" und bei Bewegung zu einem eutlichen "Frrrrrr" zwingt!
Geschrieben von datenritter
um
19:16
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Tags für diesen Artikel: anonymität, bruce schneier, cctv, datenschutz, dummfug, spionage, überwachung
Freitag, 5. Dezember 2008
Wurfkameras
Vor kurzem schrieb ich, dass Kameras mit Orientierungsinformationen technisch und künstlerisch interessant seien. Das war natürlich nur die halbe Wahrheit.
Erweitert man so eine Kamera um Batterie und Funkschnittstelle und Aufprallschutz, so kann man sie sogar wegwerfen.
Peter Glaser stellt im "Verriss des Monats" der Technolgy Review einige Kameras vor, die gerollt oder geworfen werden können und trotzdem ein stabiles Bild liefern — sei es nach dem Aufprall oder sogar während der Bewegung.
Manche der Kameras wirken zwar nicht so, als kämen wirklich Orientierungssensoren zum Einsatz, aber das ist bei ausreichend hoher Bildrate auch nicht nötig. Der Rechner, der die Bilder empfängt, kann sie mit Methoden der Bildverarbeitung eventuell trotzdem zusammensetzen.
Der cnet-Artikel über das iBall genannte Spielzeug schottischer Herkunft macht klar, wofür es wohl am ehesten gut sein wird:
(Hervorhebungen von mir.)
Und das Prinzip der direkt für's Militär entwickelten Macroswiss Short Range Throwing Camera ist geradezu primitiv. Sie ist so ausbalanciert, dass sie immer auf dem Fuß landen soll, in ihrem inneren dreht sich dann nach der Landung die eigentliche Kamera um die Vertikalachse.
Es ist offensichtlich, dass Wurfkameras für's Militär interessant sind — aber eben auch für Spionageeinsätze und neugierige Nachbarn. Was als tun, wenn einem eine über's Grundstück rollt? Behalten.
Erweitert man so eine Kamera um Batterie und Funkschnittstelle und Aufprallschutz, so kann man sie sogar wegwerfen.
Peter Glaser stellt im "Verriss des Monats" der Technolgy Review einige Kameras vor, die gerollt oder geworfen werden können und trotzdem ein stabiles Bild liefern — sei es nach dem Aufprall oder sogar während der Bewegung.
Manche der Kameras wirken zwar nicht so, als kämen wirklich Orientierungssensoren zum Einsatz, aber das ist bei ausreichend hoher Bildrate auch nicht nötig. Der Rechner, der die Bilder empfängt, kann sie mit Methoden der Bildverarbeitung eventuell trotzdem zusammensetzen.
Der cnet-Artikel über das iBall genannte Spielzeug schottischer Herkunft macht klar, wofür es wohl am ehesten gut sein wird:
The I-Ball can be tossed into a room, fired from a grenade launcher or even a mortar, and its advanced image stabilization technology will still deliver a steady picture and easy to see "high-value" video(...) The grenade-size, wireless camera will allow the redcoats to have a quick peek before entering a room or cresting a ridge (...)
(Hervorhebungen von mir.)
Und das Prinzip der direkt für's Militär entwickelten Macroswiss Short Range Throwing Camera ist geradezu primitiv. Sie ist so ausbalanciert, dass sie immer auf dem Fuß landen soll, in ihrem inneren dreht sich dann nach der Landung die eigentliche Kamera um die Vertikalachse.
Es ist offensichtlich, dass Wurfkameras für's Militär interessant sind — aber eben auch für Spionageeinsätze und neugierige Nachbarn. Was als tun, wenn einem eine über's Grundstück rollt? Behalten.
Mittwoch, 22. Oktober 2008
feucht-fröhliche Kameraüberwachung
Ich frage mich, was in manchen Leuten vorgeht. Es ist ja kein Geheimnis, dass Husum ein BND-Stützpunkt war, oder vielleicht immer noch ist. (Schön blöd, wenn es stimmt.) Aber ich glaube kaum, dass man in diesen durch einen in der Toilette einer Hafenkneipe versteckten Fahrstuhl gelangt. Von daher erklären sich mir die beiden Kameras, die übrigens auf einen öffentlichen Gehweg gerichtet sind, überhaupt nicht.
Sicherheit ist gut und schön, und Kameraüberwachung in einzelnen Fällen auch mal eine gute Idee. Meist bringt sie allerdings überhaupt nichts, außer länger anhaltenden Illusionen und falschen Vorstellungen. Derart dreist einfach jeden zu filmen, der den Bürgersteig entlangschlendert, ist jedoch in jedem Fall inakzeptabel.
Sicherheit ist gut und schön, und Kameraüberwachung in einzelnen Fällen auch mal eine gute Idee. Meist bringt sie allerdings überhaupt nichts, außer länger anhaltenden Illusionen und falschen Vorstellungen. Derart dreist einfach jeden zu filmen, der den Bürgersteig entlangschlendert, ist jedoch in jedem Fall inakzeptabel.
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